Der König der sieben Weltmeere
Aquaman ist seit Anfang mit dabei: Als Schöpfung des Golden Age of Comics, als Gründungsmitglied und Eckpfeiler der Justice League. Dabei tat sich der DC-Held lange schwer, aus dem Schatten von Batman, Superman und Wonder Woman zu treten.
Seine Heimat ist das Wasser. Er ist der König von Atlantis, auch bekannt als King of the Seven Seas. Der Sohn von Königin Atlanna, dessen Reich sich über das Blau der Erde erstreckt. Und: Er ist eine ikonische Figur der DC-Comics, ein früher Zeitgenosse von Batman, Superman und Wonder Woman. Aquaman entstand im sogenannten Golden Age of Comics, dem heroischsten der Comiczeitalter. Wenig überrascht es, dass er so im Silver Age der 50er und 60er zum Mitbegründer der Justice League wurde. Aquaman gehört damit zu den Pionieren des Genres, der häufig zu Unrecht im Schatten von Batman, Superman und Co. auftaucht.
Von den Panels auf die Leinwand
Seinen ersten Auftritt hatte Aquaman in der Anthologie More Fun Comics #73 im November 1941. Der König von Atlantis entstand in einer Kollaboration zwischen Paul Norris und Mort Weisinger, der zugleich wesentlich an der Schöpfung von Green Arrow und Captain Future beteiligt war. Die inneren Superkräfte des DC-Helden ergeben sich aus seiner Nähe zum Wasser: Nicht nur hat sich sein Körper auf das aquatische Leben eingestellt, auch verfügt er über übermenschliche Kraft, Geschwindigkeit und erhöhte Sinne. Dazu kann er mit Meereswesen telepathisch kommunizieren – und sie zuweilen auch kontrollieren. Wird es martialisch, greift der aquatische Held zu seinem mythischen Dreizack. Geprägt wird er von seiner Rivalität zu Orm, bekannt als Ocean Master, der als Halbbruder düsteren Mächten dient. An seiner Seite weiß er die Justice League, insbesondere Wonder Woman, und seine große Liebe Mera, mit der er ein legendäres Powercouple des DC-Universums formt.
Das DC Extended Universe griff die Abenteuer des Comichelden erstmals 2018 auf. In der Verfilmung verkörpert Jason Momoa den DC-Heroen, vielen vorher bekannt als Khal Drogo aus Game of Thrones (2011-2019). Trotz mittelprächtiger Kritiken nahm der Film an den Kinokassen über eine Milliarde Dollar ein. Damit war die Fortsetzung Aquaman an the Lost Kingdom garantiert, die für Ende 2023 angekündigt ist. Der König der Meere hinterlässt so auch auf der Leinwand seine Spuren, dabei hatte der DC-Held lange mit mangelnder Anerkennung zu kämpfen.
Wie Aquaman sein Image rettete
Aquaman hatte es unter den berühmten Superhelden des Golden Age tendenziell schwer, Aufmerksamkeit zu generieren. Obwohl er bereits 1941 existierte, dauerte es in das Jahr 1960 hinein, bis er zum ersten Mal auf einem DC-Cover zu sehen war. Es brauchte also fast 20 Jahre, bis er in die vordere Riege der Superhelden vorstoßen konnte – auch mit der Unterstützung der Justice League-Comics. Arthur Curry, wie sein echter Name heißt, landete erst in den 60ern wirklich im Rampenlicht. Und selbst dann hatte er durch sein zeitweise oranges Kostüm und seine Fähigkeit, mit Fischen telepathisch zu kommunizieren, mit komödiantischen Verhöhnungen zu kämpfen. Die unelegante Darstellung in der Animationsserie Super Friends (1973-1985) kratzte an seinem Image. Manche fragten sich: Wie viel Coolness trägt ein Superheld in sich, der einst von Delfinen adoptiert wurde?
Dass die Schöpfer mit dem Meereskönig zwischenzeitlich haderten, unterstrichen auch die vielen konzeptuellen Überarbeitungen der Figur. Sein Antlitz wurde ständig überarbeitet, er hatte unzählige Sidekicks wie Aqualad, Tempest und Aquagirl. Weil alles nicht funktionierte, wurde er selbst bald wieder zum Support degradiert, zum Sidekick. Irgendwann in diesem Jahrtausend reifte jedoch die Erkenntnis, dass die Figur mit großem Potenzial gesegnet war. Ironischerweise war es seine Rolle als Nebenfigur in der Flash-Story Flashpoint (2011), die ihn wieder ins Rampenlicht rückte. Es folgte eine Hauptrolle in der Justice League-Storyline Downed Earth (2018), während The Crown Comes Down (2018) die tieferen Facetten des Charakters, von Atlantis und Mera beleuchtet. Jason Momoa hat ebenfalls seinen Beitrag dazu geleistet. Zur Erkenntnis, dass Aquaman doch irgendwie ganz cool ist.
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