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Der Mann aus Stahl

Der Mann aus Stahl

Ein Ausserirdischer von Krypton wird zum Superhelden. Superman leitete einst das Golden Age of Comics ein. Dabei ist der Mann aus Stahl nicht so unbesiegbar, wie man denken könnte. #superman #krypton #dccomics
Übermenschliche Stärke, Flugkraft, Röntgenblick, Unverwundbarkeit – man könnte Superman für einen übermächtigen Charakter halten, wäre da nicht das Kryptonit. Jene fiktive Substanz, früh erwähnt in der unveröffentlichten Story namens The K-Metal from Krypton (1940), die Bewohner des Planeten Krypton schwächen und töten kann. Obwohl Superman mit dem Kryptonit eine unübliche Schwäche eingebaut wurde, gilt er mit seiner Superkraft als Musterbeispiel für die strahlenden Comichelden aus dem Golden Age of Comics. Jener Epoche, die während des Zweiten Weltkriegs begann und den amerikanischen Patriotismus mit Heldengeschichten fütterte. Doch ist der vermeintliche Strahlemann wirklich so übermächtig, wie man vermuten könnte?
 

Herkunft: Von Krypton über Smallville nach Metropolis

Zu verdanken ist Superman einer Idee des Autoren Jerry Siegel sowie dem Illustrator Joe Shuster, die ihre Schöpfung in Action Comics #1 im Jahr 1938 der Weltöffentlichkeit vorstellten. Ein Jahr vor Batman und drei Jahre vor Captain America. Superman markiert den Anfangspunkt des Golden Age of Comics, das retrospektiv dem Jahr 1938 zugeschrieben wird. Krypton, Smallville, Metropolis: Orte, welche die biografische Herkunft von Clark Kent chronologisch nachzeichnen. Dabei heißt der Held ursprünglich gar nicht Clark Kent, sondern Kal-El, Sohn von Jor-El. Ein Ausserirdischer, geboren auf dem Planeten Krypton. Doch sein Vater rettet ihn auf die Erde, wo er von der Familie Kent in Smallville adoptiert wird und in Zugehörigkeit die Identität von Clark Kent annimmt. Danach startet er eine Karriere in Metropolis bei der Zeitung Daily Planet, um in der Nacht als Superman für Gerechtigkeit zu kämpfen. Und sich in Lois Lane zu verlieben. Seine größten Widersacher sind Bizarro, Darkseid, Brainiac, Doomsday – und natürlich Lex Luthor.


Mediale Aspekte des Man of Steel

Die Schöpfung von Siegel und Shuster, zwei Schulfreunde, wurde 1933 durch Siegels Kurzgeschichte The Reign of the Superman vorgezeichnet. Heute gibt es wenig Menschen auf diesem Planeten, die nicht wissen, wer Superman ist. Dazu trugen auch die Verfilmungen bei. Nachdem 1948 Kirk Alyn als erster Darsteller in die Rolle schlüpfte, ist speziell Christopher Reeve hervorzuheben, der 1978 zusammen mit Regisseur Richard Donner eine neue Epoche der Superheldenfilme einleitete. Später übernahmen Brandon Routh sowie Henry Cavill die populäre Rolle. Als moderne Benchmarks unter den Comics gelten unter anderem Kingdom Come (1996), For All Seasons (1998), Birthright (2003-2004), Secret Identity (2004) und All-Star Superman (2006-2008). 


Strahlender Held in einer zynischen Welt

Verbreitet ist die Kritik, Superman sei übermächtig – und dadurch langweilig. Tatsächlich ist Superman trotz seiner Unverwundbarkeit gleich mehrfach gestorben. Und so viel verletzlicher, als man vermuten möchte. Beispielsweise im legendären Werk der DC Comics The Death of Superman (1992-1993). Im Comic Whatever Happened to the Man of Tomorrow von 1986, verfasst vom Comicgenie Alan Moore (Watchmen, V for Vendetta, Batman: The Killing Joke), opfert sich Superman gar in einer Kammer mit goldenem Kryptonit. Ein Abgesang auf den strahlenden Superhelden von einst. Und doch kehrte er immer wieder zurück. Und das markante S-Symbol auf seiner Brust wurde, wie in der Birthright-Comicreihe von Mark Waid beschrieben, zu einem Symbol für die Hoffnung.

Spätestens in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts verbreitete sich das Gefühl, dass die Geschichten von Superman auserzählt waren. Ein Fluch der frühen kreativen Geburt im Jahr 1938. Die Stimmung hatte sich gedreht: Die menschlichen Abgründe von Batman, Spider-Man und Co. schienen interessanter. Wie kann da ein Ausserirdischer vom Planeten Krypton mit seinen ausufernden Mächten mithalten? Und: Kann ein strahlender Held in einer vermehrt zynischen Welt kulturell überleben? Der vorläufige Tod von Clark Kent in den 90ern war die Konsequenz dieses Denkens. Doch obwohl sich Batman und Spider-Man in den Popularitätsskalen vorgeschoben haben, ist Superman unbestritten weiter einer der beliebtesten Superhelden. Und ein Revival ist nicht ausgeschlossen, wenn sich die Leser und Zuschauer vermehrt nach einem strahlenden Helden sehnen, der statt Gerechtigkeit (Batman) und Identifikation (Spider-Man) Hoffnung verbreitet.
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