Anwältin prüft Grisham-Krimi
Bestseller-Autor John Grisham ist selbst Anwalt. Er hat schon unzählige Kriminalromane geschrieben – und häufigen spielen sie eben auch im Bereich der Justiz. Gesine Reisert setzt sich in Gremien des Deutschen Anwaltvereins für ihren Beruf ein. Als passionierte Strafverteidigerin praktiziert sie in Berlin und muss so manches Mal schmunzeln, als das Gespräch auf Alltagssituationen in der Anwaltskanzlei gelenkt wird, wie sie von Grisham in "Die Heimkehr" (Heyne Verlag) schriftstellerisch dargestellt werden.
Ob ihr manchmal, wie einer Figur beim US-amerikanischen Erfolgsautor, beruflich alles über den Kopf wächst? Sie sei zumindest seit dem ersten Tag ihres Berufslebens niemals gelangweilt gewesen, berichtet sie im Video-Talk. Man habe als Anwältin oder Anwalt schließlich nicht nur ein einziges Mandat, wie es oft im Filmen suggeriert werde. Im Gespräch verrät Gesine Reisert auch, wann sie Mandant/innen nicht annimmt was es mit „Fischakten“ (wie bei Grisham beschrieben) auf sich hat, und ob sie – wie eine der Hauptfiguren im besprochenen Werk – auch schon einmal darüber nachgedacht hat, ihren Job einfach spontan an den Nagel zu hängen.
Inwieweit ihr Beruf auch in ihrem Privatleben eine Rolle spielt, beschreibt Gesine Reisert genauso informativ und unterhaltsam wie ihr Engagement in Bundes-Gremien des Deutschen Anwaltvereins, wo sie sich unter anderem dem Strafverkehr im Straßenverkehr widmet: Unfallflucht sei beispielsweise eines der schwierigsten Themen im Strafrecht, erklärt sie etwa: „Das denkt man eigentlich gar nicht…“