Mehr als nur Gangsterfilme: Al Pacino wird 83 Jahre alt
Sage und schreibe vier Jahre hintereinander – 1973, 1974, 1975 und 1976 – war Al Pacino für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert. Bis heute ist das niemand anderem gelungen. Die Filme Pacinos aus dieser Zeit zählen zu den wichtigsten US-Filmen der Dekade: Der Pate, Der Pate II, Serpico und Hundstage. Spätestens mit diesen Nominierungen ist klar: Er gehört zu den besten Darstellern seiner Generation und ist eines der prägenden Gesichter des „New Hollywood“.
Alfredo James Pacino wurde in der South Bronx in New York geboren. Erste Schauspielerfahrung erlangte er am Theater, dem er auch später immer treu geblieben ist. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte er 1971 in Panik im Needle Park, der in der New Yorker Fixerszene spielt. Seine naturalistische Unberechenbarkeit machte ihn schnell zu einem gefragtesten Darsteller der 70er Jahre.
1983 spielte er in Brian De Palmas Scarface die Hauptfigur. Pacinos Portrait des Tony Montana erlangte Kultstatus. Seinen ersten und bisher einzigen Oscar erhielt Pacino 1993 für Der Duft der Frauen. In den 90ern wechselte er immer häufiger die Seiten; spielte weniger Gangster und mehr Gesetzeshüter. Seinen Status als Ikone des Kriminalgenres zementierte er durch seine Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Mann in Heat (1995) und The Insider (1999). Mann verstand, wie er Pacino einzusetzen hatte, indem er ihn zum Mythos einer ambivalenten Männlichkeit stilisierte, in der das Arbeitsethos das Private verdrängt.
Seine jüngste Kollaboration mit Martin Scorsese in The Irishman bescherte ihm noch einmal eine Oscar-Nominierung als „Bester Nebendarsteller“. In der Amazon Prime-Serie Hunters konnte Pacino noch einmal als Nazijäger brillieren. Wir gratulieren dem vielseitigen Charakterdarsteller und freuen uns auf weitere Highlights.