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Im Netz der Spinne

Im Netz der Spinne

Seit seiner Schöpfung in den 1960ern ist die Popularität von Spider-Man ungebrochen. Der Posterboy von Marvel blickt dabei auf eine spektakuläre Comic-, Film- und Spielhistorie zurück. #spiderman #marvelcomics #tobeymaguire #tomholland

Im Jahr 1962 lag das Golden Age of Comics mit seinen Heroen wie Batman, Superman oder Captain America bereits fast zehn Jahre zurück. Das junge Publikum sehnte sich nach neuen Helden und modernen Identifikationsfiguren. Doch Teenager im Superheldenkosmos mussten sich bisher mit der Rolle des Sidekicks begnügen - wie Robin oder Bucky Barnes. Dann kam Spider-Man. Der Legende nach wurde Stan Lee von einer Fliege an der Wand inspiriert, Spider-Man hätte also durchaus Fly-Man heißen können. Die Idee fiel schließlich auf eine Spinne – und die außergewöhnliche Geschichte des ersten Teen-Superhelden nahm ihren Anfang. 1962 debütierte der Charakter, eine Schöpfung von Stan Lee in Kooperation mit Steve Ditko, in der Anthologie Amazing Fantasy #15. Seine Ursprungsgeschichte wurde bereits dort aufbereitet: Der Teenager, der seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz verlor und von einer Spinne gebissen wurde.

Peter Parkers Alter Ego

Das Alter Ego von Peter Parker zieht seine Kraft aus einem radioaktiven Spinnenbiss: übermenschliche Geschwindigkeit und Kraft, das Hochklettern von Wänden, insektenhafte Sprünge und Manöver, der Spider-Sense. Dazu gesellen sich seine Spinnennetze und Spinnenfäden, ursprünglich hervorgerufen durch technisierte Netzwerfer. Wie im Film Spider-Man: Homecoming (2017), als sein Netzwerfer mit "576" verschiedenen Netzschuss-Kombinationen ausgerüstet ist. Größte Rivalen sind Green Goblin, Venom, Carnage sowie Doctor Octopus. Legendär sind auch seine romantischen Verflechtungen, die je nach Comic- und Filmreihe Mary Jane Watson, Gwen Stacy oder Black Cat in den Vordergrund rücken. Comics, Filme, Spiele – ihnen hat Spider-Man seine Popularität zu verdanken. Tatsächlich verkauft der Spinnenheld mehr Merchandise als die Avengers, Batman oder Superman – und trägt so die Krone mit seinen jährlichen Milliardeneinnahmen.

Spider-Man im Film

Als Vorbote des Marvel Cinematic Universe können die Spider-Man-Filme von Sam Raimi gelten, Spider-Man 1-3 (2002-2007), in denen Tobay Maguire die populäre Rolle übernahm. Nah an der Origin-Story aus den Marvel Comics, von Uncle Bens Tod bis zu seiner romantischen Nähe zu Mary Jane Watson, lieferten Raimi und Co. eine der frühen gefeierten Superhelden-Verfilmungen ab. Ohne Kostüm ein schüchterner Nerd, blüht Parker im Spidersuit als sprücheklopfender Held auf.

Maguire übergab das Szepter an Andrew Garfield, der in den Filmen The Amazing-Spider-Man 1-2 (2012-2014) als Peter Parker auftauchte. Statt Green Goblin, Doctor Octopus und Venom wie in den Raimi-Versionen, traten nun Lizard und Electro als Antagonisten ins Rampenlicht. Und natürlich Gwen Stacy, gespielt von Emma Stone. Garfields Interpretation ließ den scheuen Nerd hinter sich und lieferte einen selbstbewussten Superhelden, der sich in klassischer Manier auf die Suche nach den Mördern von Uncle Ben machte.

Diesen traditionellen Erzählaspekt ließ Tom Holland in Homecoming hinter sich. Die inneren und äußeren Konflikte der Jugend plagen den anstrebenden Superhelden, an dessen Seite Tony Stark steht. Die bisherige Trilogie von Homecoming, über Far From Home (2019) bis No Way Home (2021) wirft so einen Blick auf die Suche nach der eigenen Identität und Unabhängigkeit. Darauf deuten auch die Titel mit ihrem Thema "Home", der Heimkehr, des Sich-Selbst-Findens und des Ankommens an. Holland lieferte eine äußerst menschliche Interpretation des Superhelden ab.

Jenseits von Peter Parker – Miles Morales und Co.

Und dann ist da noch Miles Morales, 2011 im Comic Ultimate Fallout #4 etabliert – und 2020 mit dem Videospiel Spider-Man: Miles Morales geadelt. Noch heute liefert der Erzählkosmos um den spinnenhaften Superhelden genug Futter für Alternativerzählungen und Erneuerungen. Die Erzählung um den jugendlichen Superhelden wurde immer weiter verfeinert, dabei sah Stan Lee vor, den Charakter Peter Parker natürlich altern zu lassen. Sein Ursprung und sein Leben als Jugendlicher heben ihn deutlich von vielen anderen Superhelden ab, wie die Popularität der Trilogie um Tom Holland beweist. Schöpfer wie Jeph Loeb, Tim Sale, Roger Stern, Dan Slott und Co. lieferten ihre eigenen Interpretationen ab – und dann wäre da noch der Millionenseller für Sonys Konsole in Videospielform (2018).

Der spinnenhafte Held von Stan Lee und Co. ist heute lebendig wie eh und je. Denn Lee und Konsorten haben tatsächlich geschafft, was sie geplant hatten: Eine Identifikationsfigur für das jugendliche Publikum zu etablieren. Näher an der Zeit der Adoleszenz als ein Batman, Superman oder Captain America. Sie erschufen somit einen der menschlichsten Superhelden. Mit der ungebrochenen Magie aus ewigen Zweifeln und ungebrochenem Heroismus.

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