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Held auf der Überholspur

Held auf der Überholspur

Zu schnell für das menschliche Auge: "The Fastest Man Alive" prägt die Comicwelt seit 1940. Flash, der blitzschnelle Held der Justice League, setzt mit dem neuen Film zugleich den filmischen Endpunkt für das DC Extended Universe. #theflash #barryallen #ezramiller

Wer ist der schnellste Superheld der Welt? Um diese Frage zu beantworten, ließ DC Comics The Flash mehrfach gegen Superman antreten, beginnend 1967 in der Edition Superman #199. Nach mehreren Dekaden voller Unentschieden gelingt es Flash schließlich in The Adventures of Superman #463 (1990) den Mann aus Stahl zu besiegen. Und seinen Status als "Fastest Man Alive" zu untermauern. The Flash ist exorbitant schnell, egal, ob unter seinen Alter Egos Jay Garrick, Barry Allen, Wally West oder Bart Allen. Dabei sind seine Gedanken so schnell, dass er gegen Gedankenlesen immunisiert ist, mithilfe des sogenannten Quantum Tunnelings, kann er zudem die Mauern von Zeit und Dimensionen durchbrechen.

Figur der Goldenen Ära

Seine Schnelligkeit hat er, wie soll es auch anders sein, ursprünglich einem Laborunfall zu verdanken – und das in den 1940er-Jahren. Diese Zeitspanne unterstreicht, wie epochal alt der DC-Charakter The Flash eigentlich ist. Er entstammt dem Debütcomic Flash Comics #1 dem Januar des Jahres 1940. Die Schöpfung ist damit zwar etwa ein halbes Jahr jünger als Batman, präsentierte sich der Öffentlichkeit jedoch fast ein ganzes Jahr vor Captain America, der im Dezember 1940 erstmals in einem Comic auftauchte. Flash ist somit eine Schlüsselfigur des Golden Age of Comics. Doch eine geglückte Leinwandadaption der Schöpfung von Gardner Fox und Harry Lampert ließ lange auf sich warten.

Der Rote Blitz auf dem Silver Screen

Der Charakter, der im deutschen Sprachrauch zuweilen auch als Roter Blitz bekannt wurde, tauchte weit nach Batman und Captain America auf den TV-Bildschirmen und den Filmleinwänden auf. Zu den frühen Darstellungen gehört das gelegentliche Auftauchen in der Superhelden-Animationsserie Super Friends aus dem Jahr 1973. John Wesley Shipp lieferte mit der Serie The Flash (1990) eine die erste schauspielerische Realdarstellung des Superhelden. Eine Nebenrolle erhielt er anschließend in der späteren Serie The Flash (2014-2023), in der er den Vater des Barry Allen (Thomas Grant Gustin) spielte. Auch wenn Wally Wests Abenteuer in der Justice League und den Titans zu den Fan Favourites in den DC Comics zählen, drehen sich die Filme und Serien speziell um Barry Allen, den zweiten Flash, der 1956 in Showcase #4 erstmals auftauchte.

Mit dem Film Justice League (2017) übernahm Ezra Miller die Rolle innerhalb des DC Extended Universe, das dem Publikum schließlich 2023 als Crescendo den Film The Flash präsentierte. Er markiert die 13 Iteration des DC Extended Universe und zugleich den Endpunkt der Filmreihe. Mit frischen Ideen, einer Brise Humor und prominenten Cameos – siehe Michael Keaton als Batman – zieht der Film erneuerte Aufmerksamkeit auf den faszinierenden Charakter, auch wenn gemischte Kritiken den übermäßigen Fan Service und die schwankende Qualität der Special Effects kritisieren. Der Film stößt zugleich das Tor auf in das DC Universe, das, angeleitet von Filmmacher James Gunn und Produzent Peter Safran, als Soft Reboot frischen Wind in die DC-Verfilmungen bringen soll.

Der Einfluss des Flash

Dass der Comicheld Flash eine Popikone unter den Superhelden ist, beweist nicht nur das Alter, sondern auch der Respekt der Konkurrenz. Nach Barry Allens Ableben im DC Comic Crisis On Infinite Earths (1985) erschuf Marvel den ähnlich klingenden Charakter Buried Alien, um den einflussreichen Tod des Helden der Konkurrenz indirekt zu würdigen – worauf auch der äquivalente Spitzname "Fastest Man Alive" hinweist. Zu den besonderen Comicmomenten gehört daher auch The Return of Barry Allen aus dem Jahr 1993, als der vermeintlich verstorbene Charakter seine Rückkehr in den Panels feierte.

Auf Flash folgten speziell im Silver Age einige ähnliche Charaktere, ob von DC oder Marvel. Darunter Speed Demon (Debüt: 1969 als Whizzer), The Runner (1985) und natürlich Quicksilver (1964). Sie können als Versuche von Marvel gelten, der Popularität des Flash näherzukommen. Doch die Superkraft der Geschwindigkeit ist im Superheldenkosmos zum Synonym für The Flash geworden. Dieser hat in puncto Verfilmungen gegenüber seinen Zeitgenossen Batman, Captain America oder Superman einiges aufzuholen. Vielleicht öffnet der Film von 2023 nicht nur die Türe zum DC Universe, sondern auch zu weiteren Filmen über The Flash, dem "The Fastest Man Alive".
 
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