Flora colossus vom Planet X
Ein absoluter Fanliebling, der eigentlich als Antagonist startete: Groot ist spätestens seit dem Film Guardians of the Galaxy (2014) von James Gunn ein Highlight des Marvel-Universums.
"I am Groot" – mit diesen Worten beförderte sich das baumartige Weltraumwesen mit gleichem Namen von der Leinwand in die Herzen von Millionen von Zuschauern. Auf den populären Ausspruch folgte neben der Rolle in den Guardians of the Galaxy des MCU ein Comic-Spin-Off sowie eine Kurzfilmreihe auf Disney+ je mit dem Titel I Am Groot. Verewigt in zahlreichen Memes, gehört seine Version als Setzling sowie als ausgewachsenes und extraterrestrisches Pflanzenwesen zu den Fan-Favourites unter den Guardians.
Das populäre Mitglied der Guardians of the Galaxy ist eine Flora colossus vom Planet X. Die erzählerische Schöpfung von Stan Lee, Jack Kirby und Dick Ayers existiert tatsächlich schon seit 1960, wo die Flora colossus erstmals im Marvel Comic Tales to Astonish #13 auftauchte. Dabei begann der Erzählbogen als Bösewicht: Ein mysteriöses Pflanzenwesen aus dem All, das Menschen für Experimente einfangen möchte. Nach dem frühen Auftritt in den 60ern tauchte sie erst wieder prominent in The Incredible Hulk vol. 2 Annual #5 des Jahres 1976 auf – also mehr als 15 Jahre später.
Sein volles Potenzial kann der Charakter schließlich bei den Guardians of the Galaxy ausschöpfen, wo er in der Crossover-Reihe Annihilation: Conquest erstmals auftrat und sich später dem Star Lord und seiner Crew anschließt. Die besonderen Kräfte der Flora colossus liegen in den Fähigkeiten aus der Pflanzenwelt: Sei es das schnelle Heranwachsen des Korpus, die Kommunikation mit und Kontrolle von anderen Pflanzenwesen oder die Fähigkeit, sich nach einem vermeintlichen Tod zu regenerieren und wie ein Phoenix aus der Asche zu steigen.
Im Blickfeld der Kinozuschauer
In den Fokus des alltäglichen Kinozuschauers gelangte Groot jedoch erst durch Guardians of the Galaxy (2014), dem MCU-Blockbuster von James Gunn. Dabei verdankt er seine monotonen Aussprüche im englischsprachigen Original niemand Geringerem als Vin Diesel, auch bekannt aus der Reihe Fast & Furious. Der Charakter beehrte die Filme des MCU außerdem in Vol. 2 (2017) sowie in der noch recht frischen Vol. 3 (2023). Auch für Infinity War (2018) und Endgame (2019) der Avengers und in Thor: Love and Thunder (2022) kehrte Vin Diesel stimmlich zu seiner Rolle zurück. Zu den Kuriositäten gehört außerdem das The Guardians of the Galaxy Holiday Special (2022) auf Disney+. Es lässt sich festhalten: Ein signifikanter Popularitätsboost des Charakters zeigt sich gerade in der letzten Dekade – ab dem ersten Guardians-Film in 2014. Seitdem sind zahlreiche Filme, Comics und Videospiele (z.B. Guardians of the Galaxy: The Telltale Series oder Marvel's Guardians of the Galaxy) mit dem Fan Favourite von Marvel erschienen.
Die Freundschaft zu Rocket Racoon
Im Bündnis der Guardians sticht vor allem eine Freundschaft heraus: Jener zwischen Rocket Racoon und dem kolossalen Pflanzenwesen. Nicht umsonst gibt es seit 2016 eine Comicreihe namens Rocket Racoon & Groot – sowie eine Animationsserie in Kurzform. Die besondere Dynamik der beiden speist sich auch aus dem Umstand, dass Rocket die für andere so kryptische Flora colossus linguistisch versteht. Denn: Wenn die Flora colossus ihre immer gleich klingende Catchphrase ausspricht, formuliert das Wesen tatsächlich eloquente und facettenreiche Sätze in der eigenen Sprache. Diese Sprachnuancen verstehen nur wenige, darunter Rocket und später auch die restlichen Guardians.
Groot, der in den Comics übrigens zwischenzeitlich in der Monsterkollektion des Taneleer Tivan, des Collectors, auftauchte, hat es von einem unbekannteren Antagonisten aus Tales to Astonish #13 in den 60ern in das Rampenlicht des im neuen Jahrtausend boomenden MCU-Universums geschafft. Die Flora colossus hat den Fokus auf ihren simplen, aber ansprechenden Slogan durch ihre Freundschaften und nuancierten Emotionen schon längst transzendiert. Und sicherlich werden Fans von Marvel in den Comics, Filmen und Videospielen auch in Zukunft häufiger den Satz hören: Ich bin Groot.