Exzentriker mit Power-Rüstung
Im Zeitalter der Tech-Milliardäre erscheint der reiche Magnat, Technikexperte und Playboy Tony Stark wie ein neu-erschaffenes Abbild. Doch tatsächlich wurde er 1963 entworfen: in einer komplexen Kooperation zwischen Stan Lee, Larry Lieber, Don Heck und Jack Kirby. Dabei basiert Iron Man tatsächlich auf einem realen Vorbild. Noch vor den modernen Tech-Milliardären begeisterte der reiche Exzentriker Howard Hughes mit seinen Flugzeugen, die Geschwindigkeitsrekorde brachen, und seinen avantgardistischen Filmen wie Hell's Angels (1930) und Scarface (1932) die Öffentlichkeit – und durch sein turbulentes Privatleben. In diesem Charakterypus ist Tony Stark verwurzelt, und zugleich ein erzählerischer Vorbote für den Einfluss, den Tech-Milliardäre heute verkörpern.
Seine Heldentaten sind jedoch nicht ohne seinen legendären Anzug möglich: Die innovative und hochtechnisierte Rüstung, die ihn mit übermenschlicher Stärke, einem mächtigen Waffenarsenal und mit weitreichender Flugkraft ausstattet. Dabei geht er auch in den Marvel Comics mit der Zeit, passt seinen Anzug neuen Entwicklungen und Bedrohungen an – über 50 verschiedene Versionen soll es geben. Anzugvarianten wie das Modell 61 "Godkiller" aus Avengers (Vol. 8) #5 oder Modell 63 "Godbuster" aus Iron Man #10 unterstreichen bereits mit ihrem Namen, wie Iron Man sein Powerlevel mit Passion in die Höhe treibt. Dabei verdankt der Charakter seinen aktuellen Popularitätsschub den Iron Man-Filmen des MCU und insbesondere Robert Downey Jr.
Robert Downey Jr. ist Tony Stark
Ohne den Film Iron Man aus dem Jahr 2008 hätte das Marvel Cinematic Universe heute vermutlich nicht das gleiche Antlitz. Regisseur Jon Favreau hatte die Ehre, mit Iron Man den ersten MCU-Film zu realisieren. Die Produktion konnte mit ihrem Budget von 140 Millionen Euro ihre Einnahmen mehr als verdreifachen, spielte 585 Millionen Euro ein. Auch dank der Verkörperung des Tony Stark durch Robert Downey Jr.
Schon zuvor war Robert Downey Jr. als Schauspieler anerkannt, tauchte in Produktionen wie Weird Science (1985), Chaplin (1992) oder Kiss Kiss Bang Bang (2005) auf. Doch die Rolle des Exzentrikers im Power-Anzug war wie für ihn geschaffen. Insgesamt partizipierte er in zehn Produktionen des MCU. Neben seinen Iron Man-Filmen tauchte er in den Avengers-Verfilmungen auf – und übernahm die Mentor-Rolle in Spider-Man: Homecoming (2017). Im Jahr 2019 endete die Exkursion von Downey Jr. ins Marvel Cinematic Universe mit Avengers: Endgame vorläufig: Nicht ohne seine großen Fußstapfen in der Rolle des Tony Stark zu hinterlassen und das MCU entscheidend zu prägen.
Wie Technik Iron Man das Leben rettete
Starks Reichtum ist seit jeher ein Fixpunkt der Faszination: 2013 erstellte das renommierte Business-Magazin Forbes eine Liste mit den reichsten fiktionalen Charakteren und taxierte Toni Starks Budget mit 12,4 Milliarden Euro auf Platz vier. Schon vor seinem berühmten Anzug rettet ihm übrigens High-Tech das Leben: Durch ein Schrapnell im Herzen getroffen, setzt ihn ein technikaffiner Mitgefangener elektromagnetische Teile in den Körper. Ob als technologisches Genie, als Eigentümer von Stark Industries oder als Superheld mit Power-Suit – Technik vereinnahmt das Leben von Tony Stark.
Das Streben nach Innovation, die Gier nach neuen Technologien und die damit verbundenen Chancen und Gefahren ziehen sich als Thema durch die Comics und Filme. In den 60er-Jahren, noch bevor wissenschaftliche Nerds durch erfolgreiche Tech-Milliardäre in den Fokus rückten, verhalf der Charakter dem Dasein einen Coolness-Faktor. Dabei ist Tony Stark nicht moralisch erhaben, schließlich stehen dem lebenrettenden Anzug die lebenszerstörenden militärischen Rüstungsprodukte von Stark Industries entgegen – was thematisch auch im Film Iron Man verhandelt wird. Doch die Comic- und Filmreihe zelebrieren zugleich technologische Genialität, die es einem Tony Stark erlaubt, ohne natürliche Superkräfte zu einem der legendärsten Superhelden der Marvel Comics aufzusteigen.