Ein Panda als Kung-Fu-Held
In China gelten Pandas als Symbol für Friede, Freundschaft und Glück. Daher verwundert es kaum, dass die Hauptfigur von Kung Fu Panda im Original Meister Ping Xiao Po heißt: Der Name Po Ping leitet sich aus dem Mandarin "baoping" ab und bedeutet so viel wie "wertvoller Friede". Freundlichkeit und Friedlichkeit sind Kerneigenschaften des protagonistischen Pandas. Vier Filme, mehrere Kurzfilme, Fernsehserien, TV-Specials - über die letzten 15 Jahre hat sich Kung Fu Panda zu einer Konstante der Animationswelt entwickelt. Und der kunstvoll kämpfende Panda Po zu einem animierten Markenzeichen von DreamWorks Animation.
Bereits 2004 begann man mit der Entwicklung von Setting und Figur. Dabei gab es zwei zentrale Inspirationen: Als spiritueller Vorgänger gilt das Videospiel T'ai Fu: Wrath of the Tiger (1999) von DreamWorks Interactive, ein Plattformer über einen Kung-Fu Tiger. Als ästhetisches Vorbild gesellte sich Stephen Chows Kung Fu Hustle (2004) hinzu. Dabei sollte Kung Fu Panda nicht reine Comedy sein, sondern ernsthafte Kampfszenen enthalten. Kung Fu Panda ist zugleich eine bewusste Mischung aus fernöstlichen und westlichen Erzähltraditionen. Die Künstler und Animatoren studierten dafür traditionelle chinesische Kunst und nahmen Martial Arts-Seminare. Von der Praying Mantis Fist über den White Crane Style bis zum Snake Kung-Fu – mit Mantis, Kranich, Schlange, Tiger und Affe wandert Kung Fu Panda inhaltlich in alten Kampfsporttraditionen. Und mit dem ersten Film von 2008 gelang auf dem schmalen Grat zwischen Comedy und Ernsthaftigkeit ein finanzieller Animationserfolg.
Zum Ursprung des Erfolgs
Die Prämisse des ersten Films dreht sich ganz um Panda Pos großen Traum, den Kung-Fu-Helden "Furiose Fünf" zu helfen. Auserwählt zum legendären Drachenkrieger, muss sicht der ungewöhnliche Held dem bösartigen Tai Lung entgegenstellen. Mit seiner Mischung aus Tollpatschigkeit, Friedfertigkeit und Enthusiasmus gehört der Panda zu den charismatischen Animationshelden. Zu verdanken ist dies im Original auch Jack Black, dessen Synchronstimme die Figur durch alle vier Teile trägt. Im Laufe der Verfilmung tauchten unter dem Voice Cast zahlreiche Hochkaräter auf: ob Jackie Chan, Angelina Jolie oder Dustin Hoffman. Regelmäßig musikalisch untermalt waren die Filmhits mit den Soundtracks von Hans Zimmer – so auch die amerikanisch-chinesische Koproduktion Kung Fu Panda 4 (2024).
Das Franchise Kung Fu Panda ist seit 2008 zu einem wahren Multimediaphänomen und Marketinggiganten herangewachsen. Auch, weil die Filme nicht nur den westlichen, sondern gleichfalls den asiatischen Markt ansprechen. In China beispielsweise wird anerkannt, dass Kung Fu Panda eine hervorragende westliche Wuxia-Interpretation ist. Eine Hommage an das traditionsreiche chinesische Fantasygenre, in dem auch Filme wie Tiger and Dragon (2000), Hero (2002) oder Kung Fu Hustle (2004) wandeln. Neben den vier populären Kinofilmen erschienen gleich drei TV-Serien: Kung Fu Panda: Legends of Awesomeness (2011-2016), The Paws of Destiny (2018-2019) sowie The Dragon Knight (2022-2023). Dazu kommen das Holiday Special Kung Fu Panda Holiday (2010), vier Kurzfilme und die Attraktion Kung Fu Panda: The Emperor’s Quest im Universal Studios Hollywood Theme Park.
Der Kinofilm von 2024 schickt sich an, die Erfolgsgeschichte um den martialischen Panda fortzuschreiben. Zusammen mit den drei Vorgängerfilmen durchbrach Kung Fu Panda 4 im März 2024 die Box Office-Schallmauer von 2 Milliarden Dollar.
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