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Der Junge mit dem Gummikörper

Der Junge mit dem Gummikörper

Seit 1997 befindet sich Monkey D. Ruffy mit seiner extravaganten Crew auf der Suche nach dem legendären Schatz One Piece. Die imposante Schöpfung von Eichiiro Oda bricht seitdem zahlreiche Rekorde. 

Anfangs stand ein Versprechen: Den verschollenen Schatz One Piece zu finden und zum Piratenkönig aufzusteigen. Monkey D. Ruffy ist ein ungewöhnlicher Piratenkapitän, ein Junge mit den Kräften der mysteriösen Teufelsfrucht. Zusammen mit seiner Strohhutbande zieht er durch die Meere der Grandline, um seine Versprechen wahrzumachen. An seiner Seite: der disziplinierte Schwertmeister Lorenor Zorro, die ambitionierte Navigatorin Navi, der lüsterne Schiffskoch Sanji und der ewig lügende Scharfschütze Lysop. Auf ihrer Route durch Ozeankorridore wie North Blue, East Blue oder der Redline sammelt die Crew aus Außenseitern stolz einen Berg aus Kopfgeld an. So begann 1997 im berühmten Weekly Shōnen Jump Magazin ein episches Abenteuer, das auch nach mehr als zwei Dekaden mit seinen abgedrehten Geschichten und charmanten Charakteren zu begeistern weiß. 

Von Wickie zu Ruffy

Eichiiro Oda hatte 1997 sicherlich nicht geplant, mit One Piece irgendwann im Guinness-Buch der Rekorde aufzutauchen. Doch mit seiner Manga-Serie lieferte er "die meisten Exemplare einer Comicbuch-Reihe von einem einzelnen Autor". Dabei sollte der Piratenmanga ursprünglich nur fünf Jahre beanspruchen. Der Rest ist Geschichte. Es entstand ein Mammutwerk mit mehr als 25 Jahren Content, unterteilt in Sagas und Story-Arcs. Seine Inspiration: die deutsch-japanische Koproduktion Wickie und die starken Männer (1974-1976), welche Odas Passion für Piratengeschichten früh erweckte. Die Reise führt durch zahlreiche exotische Orte – ob zum Wüstenstaat Alabasta, ins Himmelsreich Skypia, zur Wasserstadt Water 7 oder in die Marinebasis Marine Ford. Seine Hauptdarsteller verliert One Piece nie aus den Augen. Am Ende geht es immer um die zutiefst menschlichen Emotionen und Motivationen von Monky D. Ruffy und seiner Crew. Auch nach mehr als 100 Manga-Volumes und über 1.000 Anime-Episoden.

Mit der Kraft der Teufelsfrucht

Monkey D. Ruffy, auch bekannt als Strohhut-Ruffy, führt mit seiner sorglosen und loyalen Art durch die Abenteuer von One Piece. Ermächtigt wird er durch die Power der mysteriösen Gum-Gum-Frucht. Nicht unähnlich eines Obelix, der einst in den Zaubertrank fiel, erlangen Konsumenten der kostbaren Teufelsfrucht lebenslange Superkräfte. Dank der Mensch-Mensch-Frucht der Variante Mika wird er zum mächtigen Gummijungen, der seine Arme und Beine nach Wünschen elastisch ausdehnen kann. Nachteil: Strohhut-Ruffy kann nicht mehr schwimmen, was sich auf den weiten Ozeanen als existenzielles Hindernis herausstellt. So trifft er auf seinen Reisen, wenig verwunderlich, auf andere Nutznießer der Teufelsfrucht und fiese Antagonisten wie "Axe Hand" Morgan, Buggy der Clown, Arlong oder die Agenten von Baroque Works. 

Keine Mangaserie verkaufte sich mehr

Über 500 Millionen Exemplare gingen bisher über den Ladentisch. Streaminggigant Netflix wurde auf den Erfolg aufmerksam und lieferte 2023 eine erste Staffel der gleichnamigen seriellen Realverfilmung – in Kooperation mit Eichiiro Oda höchstpersönlich. Dabei war lange unklar, ob die Serie das Schicksal von schlechten bis mittelprächtigen Manga-Realumsetzungen wie Cowboy Bebop oder Attack on Titan ereilen würde. Erreichen konnte man stattdessen die Streaming Top-10 von mehr als 90 Ländern, darunter die Top 1 der Netflix-Charts in 46 Ländern. Mit einer zweiten Staffel als logische Konsequenz. Ob Manga, Anime, Realserie, Videospiele oder Sammelkarten – One Piece ist seit 1997 zu einem unerreichten Powerhouse unter den Animeserien geworden. Nur DC-Ikonen wie Batman und Superman haben mehr Comics verkauft. Das ist auch charismatischen Charakteren wie Monkey D. Ruffy zu verdanken.

Warum One Piece nicht enden will

Monkey D. Ruffy mag auf den ersten Blick etwas naiv und sorglos erscheinen. Wie kann ein unbedarfter Junge in einer Welt voller fieser Piraten zum König ebenjener aufsteigen sowie einen der begehrtesten Schätze der Grandline entdecken? Doch genau darin entfaltet sich der Charme des Werks. Ruffy ist ein unverbesserlicher Optimist und unbändig loyal gegenüber seiner Crew. Immer bereit, sein Leben zu geben. Zusammen mit den komplexen Backstories für erst unscheinbare Nebencharaktere schafft es die gezeichnete Piratenserie, eine ungewöhnliche Emotionalität aufzubauen – und neben Humor auch existenzielles Drama zu liefern. 

Das Ende von One Piece hat sich Eiichiro Oda übrigens von Beginn an klar ausgemalt. Doch auch nach 25 Jahren bleibt unklar, wann das dramatische Finale erreicht wird. 2019 versuchte sich Oda an einem weiteren Fünfjahresziel: Ein Ende des Mangas wurde für 2024 angepeilt, was mittlerweile logistisch als unmöglich erscheint. Es sieht also so aus, als würden Monkey D. Ruffy und seine Strohhutbande noch einige Jahre durch die Grand Line segeln. Ein Umstand, über den Millionen von Fans wohl nicht ganz unglücklich sind.

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