KrisenKinder

Was Schulen gegen den Klimawandel tun können - KrisenKinder-Podcast #11 mit Daniel Buchholz

Heute haben die KrisenKinder einen ersten Vodcast! Zu Gast ist Daniel Buchholz. Er ist Leiter des Kompetenzzentrums Klimaneutrale Schulen am Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) in Berlin. Vorher war der studierte Diplom-Wirtschaftsingenieur zwischen 2001 und 2021 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und als Sprecher für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz der SPD-Fraktion auf Ebene der Landespolitik tätig. 

Eltern-Taxi und Klassenreise: Unterschätzte Klimariesen 

Im Gespräch mit KrisenKinder erklärt Buchholz zunächst, wo Schulen überhaupt Emissionen verursachen. Heizung, Strom und Verpflegung sind vielleicht die offensichtlichsten Punkte. Doch auch Mobilität von Schüler*innen, im Extremfall durch Elterntaxis, sowie Klassenreisen tragen einen erheblichen Anteil zu den CO2-Emissionen der Schulen bei. „Das wird echt unterschätzt“, sagt Buchholz.

Angesichts des großen Anteils von Schulen und Sportanlagen an den Flächen der Berliner Bezirke liegt hier auch ein enormes Einsparpotenzial hinsichtlich des Treibhausgasausstoßes. Im Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz ist festgelegt, dass öffentliche Gebäude in Berlin bis Ende 2024 – wo es technisch möglich ist – eine Solaranlage haben müssen. „Das wird Berlin nicht schaffen“, kritisiert Buchholz. Dabei haben die Hauptstadt, öffentliche Gebäude und auch Schulen durchaus Vorbildcharakter. Probleme bei der Klärung von Zuständigkeiten und Finanzierung sorgen überdies für „organisierte Verantwortungslosigkeit“, wie Buchholz es beschreibt. 

Unterrichtsfach „Nachhaltigkeit?“

Grundsätzlich ist es Buchholz auch wichtig, dass der Nachhaltigkeitsaspekt von den Schulen in sämtliche Bereiche übertragen wird: 

„Für mich ist Klimaschutz ein großes Querschnittsthema.“ 

Daher sei es auch zentral, dass Wege und Aktionen für ein nachhaltiges Leben bei den Schüler*innen und Lehrkräften ankommen. Für Buchholz ist sogar ein eigenes Unterrichtsfach zu dem Thema denkbar. Außerdem: In Berlin haben schon zahlreiche Schulen ein Solardach – hier liegen laut Buchholz Chancen, Kindern und Jugendlichen Klimaberufe nahe zu bringen. Im Vodcast gibt der Wirtschaftsingenieur auch Einblicke, wie er mit dem Projekt KlimaVisionen Wege zur klimaneutralen Schule vermittelt und dass er dabei sehr engagierten Schüler*innen begegnet.  

Bei der Realisierung klimaneutraler Schulen scheitere es oft an Personalmangel, Finanzierung oder bei der Bürokratie des Energiemonitoring. Dabei würden alle von klimafreundlicheren Schulen profitieren, da sich Investitionen schnell rentieren. Mit den Worten von Buchholz: „Es ist gut für die Umwelt, es ist gut für uns alle, für das Klima und die öffentliche Hand spart auch noch Geld! Warum schaffen wir das nicht überall und gleich morgen?“ 

#nachhaltigkeit #klimaschutz #berlin #schulen #klimaneutralitaet #danielbuchholz #ufu 

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