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Eine Marke wehrt sich gegen rechte Vereinnahmung 

Eine Marke wehrt sich gegen rechte Vereinnahmung 

Die rechte und Skinhead-Szene vereinnahmt gerne Modemarken für sich, damit sich die Mitglieder gegenseitig identifizieren können. Marken wie Fred Perry und Lonsdale galten deshalb eine Zeit lang als Aushängeschild der Skinhead Szene. Hier erfährst du, wie es zu dem Wandel kam und wie sich die Marken dagegen wehrten. #lonsdale 

Von den Skinheads zu den Neonazis 

Menschen aus der rechtsextremen Szene haben schon immer äußerliche Erkennungsmerkmale getragen, um ihrer Ideologie und Ausrichtung Ausdruck zu verschaffen. Zu NS-Zeiten war es der Scheitel, Uniformen und der typische Schnauzer, Neonazis machten in den 80er/90ern die Bomberjacke und Springerstiefel zu ihrem Erkennungsmerkmal. Moderne Rechtsextremist*innen aus der Identitären Bewegung kleiden sich heute nicht mehr so offensichtlich (und lassen sich schnell mit Menschen aus der linken Szene verwechseln). Die Zeiten ändern sich auch im rechten Spektrum. Rechtsextreme haben ihre ‘‘eigenen‘‘ Bekleidungsmarken, die oft dezent und unauffällig sind. 

Die britisch-deutsche Marke Lonsdale wurde durch die Veränderung der Skinhead-Szene, die in den 1960er Jahren ihren Anfang fand, zum Aushängeschild braunen Gedankenguts. Die Marke und ihr Gründer Bernhard Hart starteten zu Beginn eher unpolitisch. Mit der Veränderung der Skinhead-Szene und Adaption durch Rechtsextremist*innen wurde die Marke unfreiwillig zum Identifikationsmerkmal der Szene. Es gibt verschiedene Erklärungen, wie es zu dieser Entwicklung kam.  

Die erste ist, dass die im Namen vorhandenen Buchstaben NSDA für eine Anspielung der in der Weimarer Republik gegründeten Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) zweckentfremdet wurden. Die Marke distanzierte sich von diesem Vorwurf, da die Namenswahl auf den fünften Grafen von Lonsdale zurückging, welcher sich im Boxsport engagierte. Für Nazis sind die Buchstaben, sichtbar bei geöffneter Jacke, gefundenes Fressen. 

Lonsdale wehrt sich 

Der Pressesprecher von Lonsdale, Ralf Elfering erklärte in einem Reporter Interview von Funk, dass Lonsdale sowie weitere Marken schon früh in der Skinhead-Subkultur beliebt waren. Ein Teil der Bewegung habe sich dann von rechten Gruppierungen und der Szene einfangen lassen, ihren Kleidungsstil aber beibehalten. Somit wurden Kleidung sowie dazugehörige Marken in die rechte Szene weitergetragen und übernommen. 

Lonsdale hat, um diesen Ruf und rechten Stigma entgegenzuwirken, vor Jahren eine Imagekampagne gestartet. Mit dem Slogan ,,Lonsdale loves all colors‘‘ brachten sie eine ganze Kleidungsstrecke raus und finanzierten unter anderem die Christopher Street Day Parade in Köln. Um der rechten Szene den Zugang zu den Lonsdale Artikeln zu erschweren, werden alle Händler, die als rechtsextrem erkannt werden, von dem Unternehmen nicht mehr beliefert. 

Die Marke wurde zudem Sponsor des Boxclubs vom FC Sankt Pauli, als auch dem Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg. Beide Vereine positionieren sich klar antirassistisch und gegen rechts. Elferling betont, an die rechte Szene gewandt:

Das ist nicht eure Marke, das ist nicht euer Zeichen, im Gegenteil. Mit der Marke setzen wir ganz andere Zeichen.“

foto credits: Marek Peters und MGA73

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