Recycario Regranulatpreisprognose Ausgabe März 2024
Recycario Worst & Best case-scenario
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Der erste von künftig monatlich erscheinenden Prognose-Berichten für die Werteentwicklung von Regranulaten steht nun im Kivvon-Kanal "Recycario", dem Rezyklatmarktkanal von "Kreislaufgold", bereit. In Szenarien werden die von den Data Scientists von prognostica nach neuesten Datenanalyse- und Prognosemethodik erstellten Marktmodelle die Regranulatpreise sowie die Preise der Plastikabfälle, die Rezyklathersteller als Rohstoffe einkaufen müssen, "vorwegnehmen".
Europaweit werden von annährernd 1.000 Umweltunternehmen (Rezyklathersteler) Plastikabfälle behandelt und aufbereitet. Die anwendungsbereiten Regranulate bieten sie den mehr als 50.000 Kunststoffverabeitern als aus dem Kreislauf gewonnenes, neuwertiges Material an. Schubkraft erhielt der noch junge Rezyklatmarkt durch den bewusst wahrgenommenen Klimawandel, wodurch sich in Europa die Normierungs- und Regulierungsdichte beschleunigte. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts lag in Europa die installierte Inputkapazität für mechanisches Recycling noch bei rund 2.000 kt/Jahr, im Jahre 2022 betrug die Verarbeitungsleistung bereits 12.000 kt. Mit den neu geschaffenen Szenarien erhalten Sie eine, so hoffen wir, nützliche Orientierungshilfe, die Sie beim Navigieren durch den deutlich breiter gewordenen Rezyklatmarkt sicher ans Ziel bringt.
Rückblick auf das Quartal 1/2024
Der seit Mitte 2022 anhaltende Preisverfall der Hauptsorten von Standard-Regranulaten endete im Januar 2024. Im Zeitraum von 17 Monaten verzeichnete der größtenteils zur Herstellung von flexiblen Verpackungsmaterialien (1) eingesetzte Werkstoff einen Werteverlust von mehr als 30 %. Den Preisdruck, der für die Recyclingunternehmen zur existenziellen Bedrohung wurde, erzeugten die in großen Mengen importierten Neuwarengranulate, die zu Tiefstpreisen im europäischen Markt verkauft wurden.
Importdruck nimmt ab
Aus Furcht überfallen zu werden, meiden Frachtschiffe seit Januar die für den Welthandel bedeutende Route durchs Rote Meer. Importe von Neuwarengranulaten nach Europa verzögern sich dadurch und werden deutlich teurer. Inzwischen stammen die Lieferungen von primärem Kunststoffgranulat zumeist wieder aus europäischer Erzeugung, jedoch zu deutlich höheren Preisen.
Kräftiger Atemzug der dringend benötigten Luft nach oben
Die Wirkung auf das aus Plastikabfall hergestellte Material bleibt nicht aus: Europäische Preisdienste (2) berichten seit Februar über Preisaufschläge, die sich auch im Monat März fortgesetzt haben sollen. Damit liegt das Preisniveau für die Regranulate immer noch rund 50 % über dem Preislevel von 2020. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rezyklierer wegen der währenddessen massiv verteuerten Prozess- und Produktionskosten weiterhin um ihre Unternehmensrentabilität kämpfen.
Neues Normal oder Katapult nach oben?
In Q1 2024 verteuerte sich das aus Plastikabfall erzeugte Material um nahezu 10 %. Im März 2024 erreichten die Notierungen laut europäischer Preisdienste und Handelsportalen für PE-LD Regranulate eine Preisbandbreite von 1.230 bis 1.650 Euro/t. Bei der Neubewertung der Regranulatpreise stellt sich für "Recyario" - dem Rezyklatmarktkanal von "Kreislaufgold" - die Frage: Taugt das erreichte Preisniveau als belastbare Unterstützungslinie? Oder wird es gar zur Startrampe für neuerliche Teuerungen? Schließlich sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass der Wert womöglich auch in sich zusammenbrechen könnte wie ein Kartenhaus.
Für transparente Plastikabfälle, die als zusammengepresste PE-LD-Verpackungsabfälle als sogenannte Ballenwaren gehandelt werden, mussten die Recycler im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2023 im Q1/2024 bereits 70 % mehr bezahlen. Im März erreichten die Notierungen laut europäischer Preisdienste und Handelsportale für reinere, transparentere PE-LD-Folienabfälle (Ballenwaren) eine Preisbandbreite von 400 bis 580 Euro/t. Auch bei der Neubewertung der Preise für PE-LD Ballenwaren stellt sich für "Recycario" die Frage: Wie werden sich die Preise in den kommenden Monaten am Plastikabfallmarkt entwickeln?
Sechsmonatsperspektive für den Regranulatmarkt
Recycario hat in Zusammenarbeit mit den Data Scientists von progonistica die möglichen Entwicklungn für die Regranulat-Preise sowie den Preisverlauf von Plastikabfällen simuliert und in Szenarien dargestellt. Recycario wird die Projektion von Preisentwicklungen auschließlich in relativen Werten ausweisen, da sich unsere perspektivischen Aussagen nicht für einzelne der zur Aggregierung berücksichtigten Quellen als absolute Preise vorhersagen lassen.
In unseren Argumenten (Pro / Kontra) werden steigende Regranulatpreise als "best case" eingestuft, sinkende Notierungen hingegen als "worst case". Recycario versteht sich als Förderer der Kreislaufwirtschaft im Kunststoffsektor und bewertet deshalb in seiner Argumentation die Chancen für die Fortführung eines auskömmlichen Geschäftsmodelles der involvierten Umweltbetriebe. Ebenso wirken sich sinkende Preise beim Einkauf von Plastikabfällen wie Ballenwaren rentabilitätsverbessernd in den Büchern der Rezykler aus, was wir demzufolge als best case einstufen.
Regranulatpreise: Worst & Best case scenario Stand März 2024. OECD: Indexwerte aus der Berichtsperiode stammen aus Data insights. Basisjahr 2002 für Recycario-Prognoseberechnungen.
Regranulatmarktprognose - Stand März 2024:
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| Materialsorte | Warenkategorie | Pro / Kontra |
Forecasts scenario: blaue Linie. |
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Best case |
PE LD | Regranulat (recyclate) |
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+25 % |
| Worst case | PE LD | Regranulat (recyclate) |
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-10 % |
Best case |
PE-LD-Abfall | Verpackungsabfall Ballenware (waste) |
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-15 % |
| Worst case | PE-LD-Abfall | Verpackungsabfall Ballenware (waste) |
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+29 % |
Hinweise:
(1) Regranulate zur Herstellung von flexiblen Verpackungsfolien werden größtenteils aus Polyethylenfolien-Abfällen hergestellt.
(2) Referenzpreise für im OTC-Handel entstandenen Transaktionspreise für Regranulate oder Plastikabfälle werden von europäischen Preisdiensten in monatlich durchgeführten Interviews erhoben und veröffentlicht (kiweb.de, EUWID, letsrecycling, Plastiker, PlastShip, kunststoffweb.de).
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