Gewalt von Sainte-Soline: Konflikt um Verteilung von Wasser in Frankreich
An Protesten gegen einen geplanten Bau von Wasserspeichern haben nach Behördenangaben etwa 6.000 Menschen teilgenommen. Die Demonstrierenden hatten versucht, das Becken des geplanten Wasserspeichers zu besetzen. #wasserverteilung #frankreich #protest
Zu dem Protest hatten das Bündnis Bassines non merci (z.Dt. „Becken nein danke"), die Umweltbewegung Soulèvements de la Terre (z.Dt. „Aufstände der Erde“) und eine linksgerichtete Bauerngewerkschaft aufgerufen. Anlass waren die Pläne für ein Wasserreservoir im Rahmen eines Bewässerungsprojekts für die Landwirtschaft.
Wasserspeicher zugunsten der Landwirtschaft
Im Rahmen des Projekts, das von einer Genossenschaft aus 450 Landwirt*innen mit staatlicher Unterstützung getragen wird, sollen 16 Staubecken mit einer Gesamtkapazität von rund sechs Millionen Kubikmetern hauptsächlich im Département Deux-Sèvres gebaut werden. Ziel ist es, oberflächennahes Grundwasser, das im Winter entnommen wird, zu speichern. Damit sollen im Sommer, wenn die Niederschläge seltener werden, Felder bewässert werden. Befürworter*innen sehen darin eine Voraussetzung für das Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe angesichts der Zunahme von Dürreperioden. Die Gegner*innen hingegen kritisieren, dass die „Agrarindustrie“ in Zeiten des Klimawandels das Wasser „an sich reißt“.