So viel Soja beanspruchen die veganen Ersatzprodukte wirklich
"Für die Veganer und ihre Soja-Produkte wird doch auch der Regenwald abgeholzt!", solche oder so ähnliche Sätze hören Vegetarier*innen und Veganer *innen häufiger. Aber ist die Fleischersatzindustrie wirklich maßgeblich für die Regenwaldabholzung verantwortlich? #soja #umwelt #klima #vegan #regenwald
Sojamilch oder Tofu ist wahrscheinlich das Erste, was den meisten einfällt, wenn sie an die Verarbeitung von Soja denken. Tatsächlich wird Soja aber nicht nur für Produkte wie Sojasoße oder Fleischersatzprodukte verwendet, sondern maßgeblich für die Massentierhaltung. Um genauer zu sein: als Tierfutter für Masttiere. Ganze 77 Prozent der geernteten Sojabohne werden geschrotet und als Futtermittel für die Fleischindustrie genutzt. Soja ist günstig und die Fleischproduktion wird immer lukrativer. Allerdings hat der Sojaanbau eine immense Auswirkungen auf die Umwelt.
Warum ist der Regenwald so wichtig?
Allein in den letzten 60 Jahren hat sich die Produktion von 27 Millionen Tonnen auf 360 Millionen Tonnen gesteigert. 80 Prozent dieses Sojas kommen aus USA, Brasilien oder Argentinien. Dafür werden immer noch riesige Regenwaldflächen abgeholzt. 24 Millionen Hektar wurden zwischen 2000 und 2010 in Südamerika zu Ackerfläche. Das zerstört nicht nur Lebensräume von Tieren und Pflanzen, sondern ebenso fruchtbaren Boden und verseucht das Grundwasser. Das große Problem: der Regenwald ist bekanntlich die Lunge der Erde. Er ist maßgeblich für die Speicherung von CO2 zuständig. Wenn dieser also immer kleiner wird, kann das CO2 in der Atmosphäre, welches zur Erderwärmung führt nicht mehr ausreichend reduziert werden.
Auch in Deutschland ist Soja ein zentraler Bestandteil des Masttier-Futters. Im Jahr 2019 waren es etwa 3,5 Millionen geschlachtete Rinder, mehr als 55 Millionen Schweine und ca. 703 Millionen Geflügeltiere. Insgesamt werden rund 4,5 Millionen Tonnen Sojaschrot an deutsche Tiere verfüttert.