Das ist Fakt

Die bunte Umweltsünde: Der Trend zur Wegwerf-E-Zigaretten

Die bunte Umweltsünde: Der Trend zur Wegwerf-E-Zigaretten

Einmal-E-Zigaretten sind zurzeit total im Trend. Viele Influencer bewerben die aromatisierten Dampfer. Doch die sogenannten Einmal-Vapes sind nicht so harmlos, wie sie aussehen. Sie sind gesundheitsschädlich und schaden auch der Umwelt. #vape #ezigaretten

Bunt und überhaupt nicht harmlos

E-Zigaretten - auch Vapes genannt - wirken auf den ersten Blick harmlos. Sie funktionieren auf Basis von Wasserdampf. Der fehlende Zigarettengeruch und die nicht vorhandenen Zigarettenstummel erhöhen die Attraktivität. Außerdem können sie im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten einfach bei Bedarf aus der Tasche geholt und wieder weggesteckt werden. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben 27 Prozent der 12- bis 25-Jährigen im Jahr 2021 mindestens einmal eine E-Zigarette konsumiert. Das sind rund 12 Prozent mehr als noch im Jahr 2012. Der Konsum von Tabakzigaretten geht dagegen seit einigen Jahren stark zurück.  

Was macht Vapes so attraktiv? 

Der durchschnittliche Preis für eine E-Zigarette liegt zwischen 6 und 10 Euro. Sie enthalten, je nach Marke, circa 600 bis 1000 Züge (ungefähr zwei bis drei Zigarettenschachteln). Damit sind sie deutlich günstiger als normale Zigaretten - und deutlich attraktiver für Jugendliche.  

Suchtexperte Michael Klein ist Professor für Klinische Psychologie und Suchforschung an der Katholischen Hochschule in Köln und war leitender Psychologe vom Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung. In einem Interview mit dem Magazin Watson sagt er: "Mit diesen schönen bunten Farben und dem Design, ist das natürlich 'klasse' gemacht, um Kinder und Jugendliche anzusprechen. Außerdem komme das enthaltene Nikotin vom Suchtrisiko in der Reihe der Suchtstoffe dem Heroin nahe." 

Deshalb warnen viele Mediziner*Innen und Wissenschaftler*Innen davor, dass die aromatisierten Vapes eine Einstiegsdroge für Zigaretten und andere Drogen sein könnten. Oft wird dabei der Vergleich zu den süßen, aber hochprozentigen „Alkopops“ wie „Breezer“ oder „Rigo“ aus den 2000ern gezogen. 

Nicht nur eine Gesundheitssünde 

E-Zigaretten sind außerdem extrem umweltschädliche Produkte. In ihnen stecken meistens Lithium-Ionen-Akkus, die häufig gemeinsam mit der E-Zigarette im normalen Hausmüll landen, wo sie eigentlich nicht hingehören. Diese Produkte müssten eigentlich im Elektromüll bzw. Sondermüll entsorgt werden.  

Darauf machen die Hersteller solcher Einweg-E-Zigaretten zwar aufmerksam, aber nicht alle Verbraucher halten sich auch daran. Laut einer aktuellen Studie aus Großbritannien, wo der Einweg-E-Zigaretten-Trend schon seit längerem besteht, landen über 50 Prozent der Wegwerf-E-Zigaretten im normalen Hausmüll. Allein die in einem Jahr in Großbritannien weggeworfenen Einweg-E-Zigaretten würden ausreiche, um 1200 Batterien für Elektrofahrzeuge zu produzieren.  

Das ist eine immense Ressourcenverschwendung. In der sogenannten Elf Bar, die bisher beliebteste Marke von Einmal-Vapes in Deutschland steckt beispielsweise laut Hersteller ein 550-Milliamper-Akku. Nach etwa 600 Zügen ist die Vape leer und wird weggeschmissen. Zum Vergleich: Im Galaxy S22 steckt ein 3700-Milliamper-Akku. Mit dem Wegwerfen von 7 Elf Bars wird damit eine ganze Smartphone Akkukapazität einfach in den Müll geworfen, die für den jahrelangen Einsatz eines neuen Smartphones ausreichen würde.  

Photo by Patrick T. FALLON / AFP

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